Initiative betriebliche Gestaltungskompetenz stärken

Ein neues Präventionsmodell für Unternehmen und Beschäftigte (InGeMo)

Teilvorhaben Psycho-soziale Arbeits- und Organisationsgestaltung

Im Rahmen des IAQ-Teilvorhabens werden entlang der geplanten Arbeitsschritte verschiedene wissenschaftliche und fachliche Ziele verfolgt. Ein zentrales wissenschaftliches Ziel besteht darin, ein gestaltungsorientiertes Präventionsmodell und ein darauf aufbauendes Analyseinventar zu entwickeln, das in der Lage ist Potenziale und Hemmfaktoren im Bereich der Arbeitsgestaltung zu identifizieren.

Dies stellt die Arbeitsgrundlage dar, um im weiteren Projektverlauf den gezielten Aufbau von betrieblicher Handlungskompetenz zu fördern und damit die psycho-sozialen Ressourcen der Beschäftigten zu stärken. Zwar existieren bei der Prävention psychischer Belastungen und Beanspruchungen inzwischen innerhalb der Arbeits-und Gesundheitswissenschaften sowie verwandten Disziplinen wie der Medizin, Ergonomie oder den Rehabilitationswissenschaften vielfältige Konzepte, Diagnoseinstrumente und Vorgehensmodelle. Diese fokussieren jedoch häufig nur auf spezifische Handlungsfelder wie das individuelle Verhalten/ die individuelle Bewältigung bzw. den Betrieb (Arbeits-/Systemgestaltung, soziales System). Integrierte betriebliche Präventionsmodelle, die verhaltens- und verhältnispräventive Ansätze kombinieren und systemisch in Organisationen implementiert werden in der wissenschaftlichen Diskussion seit Jahren angemahnt. Bisher liegen jedoch nur wenige theoriegeleitete Konzepte vor, die ganzheitlich-integrativ ausgerichtet sind und praktisch erprobt wurden.

Die Arbeitsschritte im Einzelnen:

  • Entwicklung eines integrativen gestaltungsorientierten Präventionsmodells
  • Entwickeln und Erproben der Präventionsinstrumente zur Stärkung individueller und organisationaler Gesundheitsressourcen verantwortlich (gemeinsam mit dem FFW)
  • Evaluation der betrieblichen Umsetzungsmaßnahmen
  • Erstellung eines Praktiker-Handbuchs zum Thema innovative Arbeitsgestaltung, in dem neben den im Projekt gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnissen praxistaugliche Instrumente und Praxisbeiträge der betrieblichen Kooperationspartner dargestellt werden.

Ein zentrales wissenschaftliches Ziel des Teilvorhabens „Psycho-soziale Arbeits- und Organisationsgestaltung“ ist es, vertiefende Erkenntnisse über die Auswirkungen neuer Produktionskonzepte wie Industrie 4.0 und zunehmender Digitalisierung im Bereich betrieblicher Prozessketten und ihre Auswirkungen auf die psycho-mentale Beanspruchung und die psychischen Gesundheitsressourcen zu ermitteln. Im Teilvorhaben werden deshalb die betrieblichen Arbeitsgestaltungspotenziale kontext- und tätigkeitsspezifisch ermittelt. In der betrieblichen Umsetzungsphase wird darüber hinaus das wissenschaftliche Ziel verfolgt, die Wirksamkeit des zuvor entwickelten psycho-sozialen Modells betrieblicher Gestaltungskompetenz und des abgeleiteten dialektischen Kompetenzmodells zu überprüfen. Neben der fachlichen Unterstützung der betrieblichen Kooperationspartner bei der Konzeption gestaltungsorientierter Qualifizierungsmaßnahmen wird das Institut Arbeit und Qualifikation an der Universität Duisburg-Essen eine Wirksamkeitsmessung der Maßnahmen durchführen.

Für das Teilvorhaben ergeben sich entsprechend der fachlichen Ziele verschiedene strukturelle Ziele. Zunächst werden aufbauend auf dem gemeinsam mit den Partnern im Verbundprojekt zu entwickelnden Konzept der organisationalen Gestaltungskompetenz Analysemodule konzeptualisiert werden. Mit diesen sollen auf den Ebenen Arbeitsorganisation, Führung und betriebliches Gesundheitsmanagement hemmende und förderliche Faktoren bei der Entwicklung organisationaler Gestaltungskompetenz zur Stärkung von Gesundheitsressourcen in den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie gemessen werden können. In der Analysephase erfolgen dann Untersuchungen in Pilotbereichen von Kooperationsunternehmen (Fallstudien), mit denen das Ziel verfolgt wird, gute Gestaltungsansätze, aber auch ungenutzte Gestaltungspotenziale bzw. Qualifizierungsbedarfe zu ermitteln.